Friedrich Kampe, der künstlerische Leiter des Deutschen Jazzchor-Festivals "MEERVOCAL" in Wunstorf schreibt:
Kammerchor pflegt Kultsongs
Live-CD der "VoicesInTime" erschienen
In Coproduktion mit dem Bayerischen Rundfunk legt Stefan Kalmers Rock-Jazz-Chor die schönsten Klangperlen seines Sommerkonzertes 2003 in der Münchner Musikhochschule vor - und das ohne tontechnische Tricks, "wie selbst erlebt".
Im "Strindberg-Blues" wird mit viel Stimmartistik ein profaner Ehestreit "gurgelnd, schnappend" vorgestellt. Einen Grundzug im Repertoire der in Kammerchor-Besetzung singenden "Voices" zeigen die anspruchsvollen deutschen Texten in rock-jazziger Vertonung. Stilgrenzen überschreitet Kalmer klangmystisch in seiner Vertonung "Es schläf ein Fürst", einer "Chorszene" mit improvisierender Solo-Violine.
Einige Jazzballaden wie "I'll be seeing you", klangintensiv und ohne effekthaschende Manieren vorgetragen, lassen den Zauber wunderschön timbrierter Stimmen hervortreten. Markante Unterschiede zu gewohnten Kammerchorklängen zeigen die "VoicesInTime" in ihren rockigen Titeln: "It's raining men" bis zu Jon Bon Jovi "It's my live" gehen hart an's stimmliche Material, bissig im vokalen Rhythmus und expressiv in den Führungsstimmen.
Es bleibt zu wünschen, dass die in bayerischer Mundart erklingenden Songs von Alex Haas weiter entwickelt werden: "DoGeDaJa" ist schon zum Kultsong über Landesgrenzen hinweg geworden.
Friedrich Kampe
im November 2003