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Softrockpop a capella Der Rock- und Jazzchor „Voices-In-Time“ |
| Von Rainer W. Janka |
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Zuerst wollten sie gar nicht anfangen, dann wollten sie gleich gar nicht aufhören: Die Zuhörer beim Mittwochskonzert der Feilnbacher Chorwoche durften erst um 20 Uhr in die Turnhalle, das Konzert begann aber aus unerfindlichen Gründen erst eine halbe Stunde später, dauerte dafür ohne Pause über zwei Stunden. Ein gedrucktes Programm gab’s erst nach dem Konzert, dafür waren die Ansagen wenig ergiebig. Mätzchen, die dieser fabelhafte Rock- und Jazzchor gar nicht nötig hat. „Voices-In-Time“, schon mehrfach prämiert, singt Songs aller Rock- und Popgrößen wie Robbie Williams, Bee Gees, Stevie Wonder, Madonna, Jon Bon Jovi und Paul Simon mit leichter swingender Stimme a Cappella. Ihr Markenzeichen ist ein elegant-weicher, leicht federnder Chorklang, ein feines Piano, das fast alle Songs in kostbaren Seidenklang hüllt, die Arrangements klingen hauchdünn-transparent: Softrockpop a cappella. Stefan Kalmer dirigiert mit ganz leichter Hand, mit kleinen Gesten, die niemals ein großes Forte fordern. Alles ist so delikat, so filigran, so samten-subtil, dass man sich, da es sich schließlich doch um Rockmusik handelt, zwischendurch nach einem laut röhrenden Mikrofon und einem fetzigen Schlagzeug sehnt. Bezaubernd aber ist immer der swingende und groovende Rhythmus, der oft den ganzen Chor ins Tanzen, ins Fingerschnippen, ins Brustschlagen versetzt. Oft treten Chorsänger als Solisten oder als Mini-Ensembles heraus und demonstrieren, dass sie zwar das korrekte Chorsingen gelernt haben, aber richtig popmäßig singen. Nichts ist nämlich öder, als wenn klassisch geschulte Sänger versuchen, mit klassischem Stimmansatz zu jazzen und zu rocken. Besonders schön in der harmonischen Dichte war „The Voice within“ von Christina Aguilera, von zwei Frauenstimmen sehnsüchtig gesungen. Der Chorleiter Stefan Kalmer versteckt seine Motivationskunst und seinen Humor gekonnt, seine Sänger leben diesen dafür genüsslich aus, etwa in einem Liebeslied an ein Buch oder in einem höchst humorvollen Männerchorarrangement über „Gute Freunde kann niemand trennen“ oder auch in „Rama Lama Ding Dong“, in dem die Männer wie verliebte Wölfe sanft heulen. Stefan Kalmer hat viele Arrangements auch selber geschrieben und bezog schließlich das Publikum mit ein, indem er einen von ihm komponierten Kanon über Heine-Worte einstudierte. Ein Reißer am Schluss: ein bayerischer Jazz-Song mit dem Titel „Do Ge Da Ja“, was sich schließlich zu „Da geht er ja!“ herauskristallisierte. Bayerischer Jazz mit Humor a cappella: die Mischung macht’s! Und die richtige Performance! |
| Mangfall-Bote vom 1. April 2005 |